Fraktionsantrag 141/2015 der Grünen Liste vom 23.09.2015; Schaffung eines Ausbildungsganges "Fachkraft für Kreislauf- und Abfallwirtschaft"

Betreff
Fraktionsantrag 141/2015 der Grünen Liste vom 23.09.2015; Schaffung eines Ausbildungsganges "Fachkraft für Kreislauf- und Abfallwirtschaft"
Vorlage
112/042/2015
Aktenzeichen
OBM/ZV/111
Art
Beschlussvorlage

Der Ausbildungsberuf „Fachkraft für Kreislauf- und Abfallwirtschaft“ wird nicht in die Ausbildungsbedarfsvorlage des Personal- und Organisationsamtes für das Jahr 2017 aufgenommen.

 

Der Fraktionsantrag der Grünen Liste Nr. 141/2015 vom 23.08.2015 ist damit bearbeitet. 

 

  1. Ergebnis

 

Die Verwaltung hat antragsgemäß geprüft, ob der Ausbildungsberuf „Fachkraft für Kreislauf- und Abfallwirtschaft“ bei der Stadt Erlangen angeboten werden soll.

Unter Einbeziehung des Betriebs für Stadtgrün, Abfallwirtschaft und Straßenreinigung (EB77) sowie des Umweltamtes kommt die Verwaltung zu dem Ergebnis, dass für die Stadt Erlangen weder unter dem Gesichtspunkt der künftigen personellen und fachlichen Bedarfe noch unter dem der qualitativen Leistbarkeit, die Durchführung dieser Ausbildung zielführend ist.

 

  1. Programme / Produkte / Leistungen

 

Die theoretische Ausbildung führt die Bayerische Verwaltungsschule blockweise in Lauingen durch. Bayernweit werden laut Auskunft der für diese Berufsausbildung zuständigen Stelle der Bayerischen Verwaltungsschule, derzeit pro Jahr ca. 3 – 5 Personen ausgebildet. Die Klassen können nur durch eine Kooperation mit anderen Bundesländern gebildet werden. Die Betriebe der Nachbarstädte Nürnberg, Fürth und Schwabach bilden in diesem Berufsbild ebenfalls nicht aus.

 

  1. Prozesse und Strukturen

 

Zeitplan und Auswahlverfahren:

Der Einstellungstest für die Ausbildung in den gewerblich-technischen Berufen für den Ausbildungsbeginn im September 2016 wurde bereits im Oktober 2015 durchgeführt.

Termin für den Ausbildungsbeginn könnte somit frühestens der 01.09.2017 sein.

Planung der Ausbildung:

Für die Einrichtung eines Ausbildungsplatzes sind umfangreiche Vorarbeiten erforderlich. U.a. müssen der Ausbildungsplan, die wechselnden Einsatzstellen im Haus und ggf. bei externen Partnern und der externe Unterricht in der Berufsschule koordiniert werden. Diese Konzeption wäre mit der BVS abzustimmen.

Aus Sicht des Personal- und Organisationsamtes (Amt 11) käme als ausbildende Dienststelle die Abteilung 772 (und dort die Kompostierungsanlage) im EB 77 in Betracht.

Amt 31 könnte ggf. im Rahmen der Ausbildung für wenige Wochen eine Ausbildungsstation sein.

Das komplexe Berufsbild verlangt Ausbildungsabschnitte in vielen Themenbereichen, die der Betrieb für Abfallwirtschaft nicht vollständig abdecken kann. Zwangsläufig müssten einige Ausbildungsabschnitte in anderen, externen kommunalen oder privaten Betrieben organisiert und sichergestellt werden. Diese müssten ebenfalls über Personen mit anerkannter Ausbildungsberechtigung verfügen.

EB 77 und Amt 11 haben nach Prüfung anhand der Tätigkeitsfelder festgestellt, dass weder aktuell oder künftig Bedarf an Mitarbeiter/innen mit diesem Berufsbild besteht.
Die im Berufsbild vorgesehenen Fachkenntnisse werden im Betrieb durch die Meisterebene abgedeckt. Für die Ebene der Vorarbeiter und Helfer ist die vorgesehene Qualifikation ungeeignet. Ein Bedarf hierfür wird auch langfristig nicht gesehen.

 

  1. Ressourcen

 

Die Konzeption und Organisation eines kompletten Ausbildungsganges ist zudem nur wirtschaftlich, wenn diese Ausbildung regelmäßig, also mindestens alle drei Jahre durchgeführt wird. Ein entsprechender Bedarf und eine Übernahme stehen jedoch aktuell und auch künftig nicht in Aussicht.

Die Stadt Erlangen hat sich zum Ziel gesetzt allen ihren Auszubildenden eine Übernahmeperspektive zu eröffnen und insbesondere keine Ausbildung über Bedarf anzubieten.

 

Anlage: Fraktionsantrag