Prekäre Beschäftigung in Erlangen

Betreff
Prekäre Beschäftigung in Erlangen SPD-Stadtratsfraktion Nr. 072/2013 vom 07.05.2013
Vorlage
II/237/2013/1
Aktenzeichen
II/WA
Art
Beschlussvorlage
Referenzvorlage

1.    Die Ausführungen der Verwaltung werden zur Kenntnis genommen.

2.    Der Antrag der SPD-Stadtratsfraktion Nr. 72/2013 vom 07.05.2013 gilt damit als bearbeitet.

 

 

Vorbemerkung
Die nachfolgenden Daten beruhen auf Berichten und Veröffentlichungen der Bundesagentur für Arbeit. Die aktuellsten Zahlen über sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, die jeweils zum Quartalsende erhoben werden, liegen für den Dezember 2012 vor. Nachfolgend werden jedoch die Juni-Daten verwendet, da diese nicht so stark von Faktoren beeinflusst sind wie z. B. Schuljahresende, Witterung, Urlaubszeit.

 

Entwicklung der Beschäftigten 2006 bis 2012 am Arbeitsort Erlangen

Die nachstehende Tabelle 1 zeigt die Entwicklung der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Erlangen. Sie beinhaltet sowohl die Erlanger und Erlangerinnen, die in Erlangen arbeiten, als auch die Nicht-Erlanger mit Arbeitsort in unserer Stadt.

Tabelle 1

Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte nach Wirtschaftsbereichen am Arbeitsort

jew. 30.6.

insgesamt

Produzierend.
Gewerbe

Handel,
Verkehr,
Gastgewerbe

Unter-
nehmens-
dienstleistg.

Öffentl. u.
private
Dienstleistg.

Land-
wirtschaft

2006

74.019

35.032

8.232

11.731

18.872

152

2007

76.286

36.626

8.160

12.066

19.285

149

2008

79.412

38.155

8.376

12.820

19.963

98

2009

80.626

38.730

8.279

12.527

21.012

78

2010

82.717

38.787

8.328

13.705

21.814

83

2011

85.302

* 30.635

8.380

* 23.828

22.381

78

2012

87.262

32.195

8.384

23.435

23.177

71

 

* bis Mitte/Ende 2010 wurden u. a. die Beschäftigten von AREVA und Siemens Energy beim  Wirtschafts-
  bereich „Produzierendes Gewerbe -Energieversorgung" geführt, seit 2011 sind sie bei "Unternehmens-
  dienstleistungen" aufgeführt.

Die Gesamtzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten stieg von Juni 2006 bis zum Juni 2012 um 13.243 Personen (+ 17,9%). Von 2009 bis 2012 betrug der Anstieg 8,2% (6.636 Beschäftigte). Ein besonders starker Anstieg ergab sich von Juni 2006 bis Juni 2012 im Wirtschaftsbereich „öffentliche und private Dienstleistungen“ mit 22,8%.

 

Die nachfolgenden Ausführungen und Tabellen 2 und 3 beziehen sich auf die in Erlangen
wohnenden sozialversicherungspflichtig Beschäftigten und Minijobber
, unabhängig vom Arbeitsort.
Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, die auch einen Minijob ausüben, sind wegen des Per-sonenprinzips dieser Statistik nur einmal erfasst, also mit Hauptbeschäftigung und Minijob. Ausschließliche Minijobber sind in Tabelle 2 also nicht enthalten.
Minijobs sind geringfügig entlohnte Beschäftigungsverhältnisse. Bei diesen darf das Arbeitsentgelt regelmäßig im Monat 450,- € nicht überschreiten. Bei der gleichzeitigen Ausübung von mehreren kurzfristigen Beschäftigungen darf die Geringfügigkeitsgrenze von 450 € nicht überschritten werden.

Tabelle 2

Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte insgesamt mit Wohnsitz in Erlangen

 

 

 

 

 

 

 

 

Zunahme

 

Jun. 12

Jun. 11

Jun. 10

Jun. 09

Jun. 08

Jun. 07

Jun. 06

Jun. 06 bis Jun. 12

insgesamt

42.364

41.341

40.117

39.797

39.586

38.257

37.379

4.985

13,3%

 - männlich

54,7%

55,0%

55,0%

55,1%

55,5%

55,4%

54,9%

 

 

 - weiblich

45,3%

45,0%

45,0%

44,9%

44,5%

44,6%

45,1%

 

 

 

Tabelle 3

Geringfügig entlohnte Beschäftigte mit Wohnsitz in Erlangen

 

 

 

 

 

 

 

 

Zunahme

 

Jun. 12

Jun. 11

Jun. 10

Jun. 09

Jun. 08

Jun. 07

Jun. 06

Jun. 06 bis Jun.12

insgesamt

9.815

9.556

9.364

9.337

9.192

8.759

8.501

1.314

15,5%

 - im Nebenjob

3.727

3.570

3.361

3.401

3.282

2.947

2.844

883

31,0%

 - ausschl. Minijob

6.088

5.986

6.003

5.936

5.910

5.812

5.657

431

7,6%

 

Motive für Minijobs

Aus der prozentual mehr als doppelt so hohen Zunahme von Minijobs als Nebenerwerb gegenüber den sozialversicherungspflichtig Beschäftigte insgesamt könnte die Schlussfolgerung gezogen werden, dass für immer mehr Menschen die Hauptbeschäftigung nicht (mehr) ausreicht, um die Grundbedürfnisse zu befriedigen.
Allerdings: Es gibt keine Daten darüber, wie viele Menschen aus welchen Motiven Minijobs als Nebenjob ausüben. Die Motive sind vielfältig und individuell.

Für ausschließlich geringfügig Beschäftigte ist der Minijob teilweise ein Nebenverdienst neben Studium, Schul- oder Berufsausbildung, Rentenbezug oder Familien- bzw. Hausarbeit. In welchem Umfang unzureichendes Renten- oder Familieneinkommen eine Rolle spielt lässt sich nicht quantifizieren.

 

Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte und Minijobber nach Wirtschaftszweigen
(Tabelle 4)

Die als Anlage beigefügte Tabelle 4 zeigt die Entwicklung der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten und Minijobber mit Wohnort Erlangen, aufgegliedert nach Wirtschaftszweigen.
Hierbei handelt es sich um eine Sonderauswertung der Bundesagentur für Arbeit, die nur bis zum Juni 2009 zurückreicht. Ein Vergleich mit den Jahren 2007 und früher wäre ohnehin kaum möglich, da ab 2008 die Systematik der Wirtschaftszweige geändert wurde.

Bei den Minijobbern ist zu beachten, dass es bei den Wirtschaftszweigen keine Differenzierung zwischen Minijob als Nebenjob und Minijob als ausschließliche Beschäftigung (wie in Tabelle 3) vorliegt. Somit ist ein unmittelbarer Vergleich der Entwicklung bei den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten insgesamt und
bei den Minijobbern nur eingeschränkt möglich.


Zur Tabelle 4:
In den drei Jahren von Juni 2009 bis Juni 2012 nahm die Zahl der in Erlangen wohnenden sozialversicherungspflichtig Beschäftigten um 2.567 zu. Dies war eine Steigerung von 6,4%.
Prozentual besonders stark fiel der Anstieg vor allem in den Bereichen Grundstücks- und Wohnungswesen (47,1%, +90 Beschäftigte), Information und Kommunikation (24,9%, +374 Beschäftigte), sowie bei der Überlassung von Arbeitskräften, d. h. Leiharbeitnehmer, (17,8%, 148 Beschäftigte) aus.
Absolut gab es mit 698 Beschäftigten (+11,8%) die stärkste Zunahme im Gesundheits- und Sozialwesen.

Rückgänge gab es im Bereich Kunst, Unterhaltung und Erholung (-19,7%, -45 Beschäftigte), im Bereich Verkehr und Lagerei (-6,1%, -68 Beschäftigte) und im Einzelhandel (-2,3%, -54 Beschäftigte).

Bei den Minijobbern betrug der Anstieg der Beschäftigten 5,1% (+478 Beschäftigte). Weit überdurchschnittliche Zunahmen ergaben sich bei privaten Haushalten mit Hauspersonal (28,5%, +87 Beschäftigte) und im Gastgewerbe (15,7%, +189 Beschäftigte). Dies sind zwei Bereiche in denen es erfahrungsgemäß viele ausschließliche Minijobber gibt (z. B. Studierende, Hausfrauen).
Überdurchschnittliche Zunahmen zeigen auch der Bereich öffentliche Verwaltung und Sozialversicherungen (18,8%, +16 Beschäftigte) sowie das Gesundheits- und Sozialwesen (10,9%, +128 Beschäftigte).
Die prozentual stärksten Rückgänge verzeichneten die Bereiche Energie-, Wasserversorgung und Abfallentsorgung (-28,1%, -41 Beschäftigte), Information und Kommunikation (-24,7%, -83 Beschäftigte) sowie Finanz- und Versicherungsdienstleistungen (-20,8%, -15 Beschäftigte).

 

Leiharbeitnehmer

Die Tabelle 5 zeigt, dass in Erlangen der Anteil der Leiharbeitnehmer an den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in den letzten Jahren (teilweise deutlich) über dem bayerischen Durchschnitt lag. Dies hat jedoch wenig Aussagekraft, da eine solche nur durch eine genauere Betrachtung der örtlichen und der bayerischen Wirtschaftsstruktur möglich wäre.
Die Arbeitsagentur selbst hat nur Daten über die bei Leiharbeitsfirmen beschäftigten Personen (inklusive Stammpersonal), jedoch nicht über die Firmen, bei denen Leiharbeitskräfte eingesetzt sind. Deshalb lassen sich für Erlangen hier keine branchenbezogene Aussagen machen.

 

Tabelle 5

 

 

 

 

 

 

 

Leiharbeitnehmer am Arbeitsort Erlangen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sep. 12

Jun. 12

Jun. 11

Jun. 10

Jun. 09

Jun. 08

SV Beschäftigte insg.

87.953

87.262

85.302

82.717

80.626

79.412

Leiharbeitnehmer

2.254

2.345

2.862

2.414

1.649

2.401

Anteil Leih. an SV Besch.

2,6%

2,7%

3,4%

2,9%

2,0%

3,0%

Anteil in Deutschland

2,7%

2,7%

2,9%

2,6%

1,9%

2,6%

Anteil in Bayern

2,5%

2,5%

2,6%

2,3%

1,6%

2,3%

 

Aufstocker

Für den Personenkreis der Aufstocker, also Beschäftigte, die aufgrund ihres niedrigen Einkommens zusätzlich SGB II-Leistungen erhalten, ist in Erlangen die GGFA AöR zuständig. Die nachfolgenden Ausführungen und Daten hat die GGFA für diesen Sachbericht aufbereitet.

 

Nach den Erfahrungen der GGFA sind viele Langzeitleistungsbezieher Aufstocker auf Minijob-Basis. Dies bedeutet eher weniger ein Einrichten in der Alimentierung, als die berufliche Teilhabe in dem Maß, wie es die oft multiple Hemmnislage der Betroffenen (körperliche, psychische Einschränkungen) zulässt.
In welchen Wirtschaftsbereichen wie viele Aufstocker in Minijobs beschäftigt sind, ist nicht bekannt. Eine entsprechende Statistik besteht nicht.

 

Aktuell führt die GGFA eine Analyse des Kundenstamms durch, der nur relativ geringe
SGB II-Leistungen erhält. Dabei wird auch geprüft, ob durch Erhöhung der Arbeitszeit oder Stellenwechsel (auch mit Unterstützung der GGFA) ein Verlassen aus dem SGB II-Bezug möglich werden könnte. Es zeigt sich jedoch, dass gerade bei dieser Zielgruppe das Wegfallen des SGB II-Bezuges den Verzicht auf andere Komplementärleistungen bedeutet (z.B. BuT-Bildungs- und Teilhabepaket, GEZ etc.), so dass z.B. der Wegfall von 100 € SGB II-Bezug durch eine beträchtliche Lohnsteigerung aufgefangen werden müsste.

 

Tabelle 6:

Aufstocker nach Einkommenshöhe und Kundentyp (Stand September 2012)

 

Aktivierbare

mit max. möglicher

nicht

Status in

Summe

 

Kunden

Beschäftigung

mitwirkungs-

Klärung

 

 

 

(körperliche und/

pflichtige

 

 

 

 

oder psychische

Kunden

 

 

 

 

Einschränkungen

 

 

 

1 € - 150 €

 

 

 

 

 

(keine 1 €-Jobs)

112

21

10

1

144

151 € - 400 €

192

75

3

2

272

401 € - 600 €

66

93

0

1

160

601 € - 800 €

43

107

1

2

153

801 € - 1000 €

34

88

0

2

124

>1001 €

19

111

0

2

132

Summe

466

495

14

10

985

 

 

Selbstständige/Erwerbstätige

Einkünfte aus Erwerbstätigkeit                                 957
Einkünfte aus Selbstständigkeit/Gewerbebetrieb       28

Insgesamt                                                                985

 

Seit dem Spitzenwert von über 1.100 Aufstockern Anfang 2011 ist der Wert auf 934 (März 2013) zurückgegangen. Im Jahr 2012 lag er mit Ausnahme von Juli und August immer unter 1.000
Aufstockern.

 

Eine Abfrage beim Statistikservice der BA mit den aktuellsten validen Daten (März 2013) zeigt
eine insgesamt leichte Verringerung der Aufstocker. Die abweichende Unterscheidung der Gehaltsgruppen gegenüber Tabelle 6 ist auf die neue Freibetragsregelung (450 Euro seit 1.1.2013) zurückzuführen.

 

Tabelle 7:

Aufstocker nach Erwerbseinkommen und anderen Merkmalen (Stand März 2013)

 

 

 

 

 

 

 

 

darunter

 

 

Merkmale

 

 

Insg.

männl.

Anteil

weibl.

Anteil

u. 25 J.

Anteil

erwerbsfähige Leistungsberechtigte mit
Brutto-Einkommen aus Erwerbstätigkeit

934

383

41%

551

59%

84

9%

davon aus: - abhängiger Erwerbstätigkeit

 

904

366

40%

538

60%

84

9%

                  - selbstständiger Erwerbstätigkeit

38

22

58%

16

42%

 

 

Höhe des Brutto-Einkommens aus Erwerbs-tätigkeit

 

 

 

 

 

 

 

bis 450 Euro

 

 

 

400

172

43%

228

57%

44

11%

größer 450 bis 850 Euro

 

 

193

75

39%

118

61%

28

15%

größer 850 bis 1200 Euro

 

 

166

49

30%

117

70%

9

5%

größer 1200 Euro

 

 

145

70

48%

75

52%

3

2%

 

Ergänzende Leistungen werden in einem deutlichen Übergewicht von Frauen bezogen!

Über 70% der Aufstocker sind den Langzeitleistungsbeziehern zuzurechnen:

 

Tabelle 8:

 

Die folgende statistische Differenzierung der Zielgruppe zeigt, dass unter den Aufstockern vor
allem Alleinstehende, Alleinerziehende und Familien (Partner-Bedarfsgemeinschaft mit Kinder)
zu finden sind:

Tabelle 9:

 

 

 

erwerbs-
fähige
Leistungs-
berechtigte
insg.

         darunter mit zu berücksichtigendem Einkommen aus

 

 

 

 

                               darunter aus

Merkmal

abhängiger
Erwerbs-
tätigkeit
und
oder
Selbst-
ständigk.



abhän-
giger
Beschäf.

 

 

 

Selbst-
ständig-
keit

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

ü. 450

 

 

 

 

bis 450

bis 850

über 850

 

 

 

 

Euro

Euro

Euro

 

Insgesamt

 

 

3.074

934

904

400

193

311

38

dar. mit Arbeitsvermittlungsstatus arbeitslos/arbeitsuchend *

1.971

686

664

311

144

209

27

davon ohne Hauptschulabschluss

341

113

112

56

22

34

 

           mit Hauptschulabschluss

756

246

241

121

49

71

7

           Mittlere Reife

 

221

80

77

37

21

19

 

           Abitur / Fachabitur

 

237

77

70

46

10

14

7

           keine Angabe

 

416

170

164

51

42

71

7

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

davon in Single-Bedarfsgemeinschaft (BG)

1.276

319

305

193

65

47

16

           Alleinerziehenden-BG

 

629

234

227

72

64

91

 

           Partner-BG ohne Kinder

 

315

88

86

43

16

27

 

           Partner-BG mit Kindern

 

747

257

250

76

40

134

11

           Sonstige

107

36

36

16

8

12

 


* Arbeitet ein Leistungsberechtigter weniger als 15 h/Woche gilt er weiterhin arbeitslos. Sofern er weiterhin im SGB II- 
  Bezug ist, ist er auf jeden Fall arbeitsuchend, da er grundsätzlich verpflichtet ist, weiter nach einer bedarfsdeckenden
  Beschäftigung zu suchen
.

 

Deutlich werden hier zwei weitere Besonderheiten:

- Alleinlebende sind deutlich erhöht in der Erwerbsgruppe bis 450 Euro zu finden. Hier ist die
  Erfahrung, dass aufgrund einer multiplen individuellen Problemlage keine wesentliche Erhöhung
  der Erwerbstätigkeit zu erwarten ist.

- Familien befinden sich aufgrund der hohen Lebenshaltungskosten trotz durchschnittlich hohem
  Einkommen im SGB II-Bezug.


Erlangen liegt im Vergleich des durchschnittlichen anrechenbaren Einkommens gleich nach München an der Spitze in Bayern – eine Folge der hohen Lebenshaltungs- und Mietkosten in Erlangen.

Eine überschlägige Berechnung zeigt, dass z.B. bei Alleinstehenden ein Bruttoeinkommen von rund 1600,-- € zu erzielen ist, um aus dem Bezug zu gelangen. Hinzuverdienstgrenzen und das Mietniveau sind hier bestimmend. Dies limitiert nicht nur die Möglichkeit, Langzeitbezug durch
bedarfsdeckende Eingliederung zu verringern, sondern unter Umständen in Einzelfällen die grundsätzliche Bereitschaft zur Arbeitsaufnahme, wenn diese nicht zum Bezugsende und damit zur „Unabhängigkeit vom Amt“ führt.

 

Fazit

Die Zahl der in Erlangen wohnenden Menschen, die neben ihrer Haupterwerbstätigkeit noch einen Minijob haben, ist im Zeitraum Juni 2006 bis Juni 2012 prozentual fast 2 ½ mal so stark gestiegen, wie die Gesamtzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten (nominal plus 883 versus plus 4.985).

Die Gründe der verstärkten Zunahme der Minijobs sind vielfältig. Konkrete Informationen gibt es jedoch nicht. Nach Auffassung des Wirtschaftsreferates lassen sich nur anhand der Statistik keine Aussagen treffen, inwieweit in Erlangen immer mehr Menschen nicht von ihrem regulären Einkommen leben können.


Die Zahl der Aufstocker ging seit Anfang 2011 etwas zurück. Die Mehrheit der Aufstocker hat
 keinen Vollzeitjob. Die meisten Aufstocker können aufgrund familiärer Verhältnisse (z. B. Allein-erziehende) oder körperlicher oder/und psychischer Einschränkungen auch keiner Vollzeittätig-
keit nachgehen. Auch aus den Daten über die Aufstocker lassen sich keine Rückschlüsse ziehen,
inwieweit immer mehr Erlangerinnen und Erlanger nicht von ihrem regulären Einkommen leben können.

 

 

Anlagen:

Anlage 1 – Tabelle 4 Entwicklung der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten und Minijobbern mit Wohnsitz Erlangen nach Wirtschaftszweigen

Anlage 2 - Protokollvermerk

Anlage 3 – Antrag der SPD-Stadtratsfraktion Nr. 072/2013 vom 07.05.2013