Dechsendorfer Weiher Sachstand

Betreff
Dechsendorfer Weiher Sachstand
Vorlage
31/047/2010
Aktenzeichen
III/31/BRA
Art
Mitteilung zur Kenntnis

Der Bericht der Verwaltung dient zur Kenntnis.

Seenlandkonferenz / Weiteres Vorgehen beim Dechsendorfer Weiher

Es besteht nach wie vor Übereinstimmung darin, dass als Ziel ein von Makrophyten („große“ Wasserpflanzen) dominierter Zustand angestrebt wird und hierzu alle möglichen Steuerungsmöglichkeiten genutzt werden sollen. Dies umfasst im Wesentlichen:

a)        Nährstoffreduktion

Der Phosphorgehalt im Wasser ist nach wie vor der limitierende Faktor für das Algenwachstum und hier insbesondere für das Blaualgenwachstum im Weiher. Der Phosphoreintrag ist insoweit auch weiterhin zu verringern.

Untersuchungen des Wasserwirtschaftsamtes Nürnberg ergaben, dass der Röttenbach bereits vor den Abwassereinleitungen aus der Kläranlage Röttenbach und den Mischwassereinträgen eine kritische Belastung aufweist. Die diffusen Stoffeinträge aus der Landwirtschaft seien jedoch gering.

Unbeschadet dessen, wird an der seit nunmehr schon seit fast drei Jahren praktizierten Vorgehensweise, einen Wert für Phosphor-gesamt von 1,0 mg/l auf freiwilliger Basis (als amtlicher Überwachungswert gilt derzeit 2,0 mg/l) sicher einzuhalten bzw. deutlich zu unterschreiten, auch im laufenden Jahr 2010 festgehalten. Die Mehrkosten haben sich in den vergangenen Jahren die Stadt Erlangen und die Gemeinden Röttenbach und Hemhofen geteilt.

b)        Initialpflanzungen von Schilf und Makrophyten

Ausgehend von den aktuellen Steuerungsmöglichkeiten beschränken sich mögliche Pflanzungen derzeit auf Schilf im Uferbereich und hier bevorzugt am Nordufer. Die Nachhaltigkeit von Initialpflanzungen von Makrophyten hängt wesentlich davon ab, dass der Dechsendorfer Weiher nur noch in einem deutlich mehrjährigen Rhythmus abgelassen wird. Abweichende Möglichkeiten sollen in der sogen. „Expertenrunde Dechsendorfer Weiher“ im Juli erörtert werden.

c)        Reduktion der pflanzenfressenden Fische

Ein Nutzer oder Pächter der diesem Ziel Rechnung tragen würde konnte im Frühjahr dieses Jahres nicht gefunden werden. Der Dechsendorfer Weiher ist deshalb in diesem Jahr nicht mit Fischen besetzt worden.

Im Mai 2010 fand eine „2. Seenlandkonferenz zur Algenproblematik“ im Fränkischen Seenland statt. Als wesentliches Ergebnis bleibt festzuhalten, dass der Überwachungswert für Phosphor-gesamt für alle direkt und indirekt einleitenden Kläranlagen im Einzugsgebiet der Seen von 2,0 mg/l auf 1,0 mg/l verschärft werden soll. Der Freistaat Bayern soll sich an diesen Kosten mit 85 % beteiligen.

Übertragen auf das Einzugsgebiet des Dechsendorfer Weihers stellt dies insoweit kein Novum dar, als eben dieser Wert, wenn auch auf freiwilliger Basis, schon seit Jahren eingehalten wird.

 

Monitoring / Badeverbot

Die Ergebnisse der letzten Untersuchungen stellen sich wie folgt dar:

Am 18.05.2010 wurde wieder eine Massenentwicklung der Blaualgen (Cyanobakterien) festgestellt und das bei ca. 14 oC. Im Mönch-Bereich bildeten sie gut sichtbare, aufschwimmende Beläge: Schätzwert: > 80%.

Auch am 01.06.2010 dominierten die Blaualgen im Plankton (mit geschätztem Biomasseanteil von ca. 70%), aber die Intensität war geringer als zwei Wochen zuvor.

Im Dechsendorfer Weiher lagen am 15.06.2010 bei sommerlichen Wassertemperaturen (knapp 22 o) zwar wieder dominant Cyanobakterien vor, diese in geringen Dichten (Chlorophyll-a: 16 µg/l) und bei niedrigen P-Gehalten)P-ges.: 0,047 mg/l). Bis auf die Zunahme der Wassertemperatur hat sich der Status des Dechsendorfer Weihers kaum geändert.

Die zugesagte Einstellung und Darstellung sämtlicher Messwerte im Internet erfolgt in Kürze.

Für den Dechsendorfer Weiher besteht seit 27.05.2010 wieder ein Badeverbot. Das zuständige Gesundheitsamt Erlangen führt am 27.05.2010 hierzu aus: „Es ist, gemäß den aktuellen Messwerten und der weiter zu erwartenden Entwicklung (Blaualgenblüte), gesundheitsschädlich im Dechsendorfer Weiher zu baden.“

Zum Vergleich mit der Wasserqualität im Seenland führt die zuständige Seemeisterstelle Altmühlsee/Brombachsee (zugehörig zum Wasserwirtschaftsamt Ansbach) am 10.06.2010 aus:

Am Igelsbachsee sind Blaualgen massiv vorhanden, es wurde aber noch kein Badeverbot ausgesprochen.

Amt Altmühlsee und Kleinen Brombachsee ist das Blaualgenaufkommen derzeit noch moderat.

 

Umlaufleitung

Die vom Wasserwirtschaftsamt Nürnberg im Nachgang zum letzten Expertentreffen aufgezeigten weiteren Lösungsansätze zur Umlaufleitung wurden im Wasserwirtschaftsamt gemeinsam erörtert und zwischenzeitlich einer vertieften Betrachtung und Beurteilung unterzogen.

Mit der Verschiebung des Einschöpfpunktes auf den Zwischendamm zwischen Einlaufbereich und Dechsendorfer Weiher und einer damit verbundenen kürzeren Leitungstrasse zielt der Lösungsansatz ausschließlich auf eine Kosteneinsparung. Qualitativ ist dieser Ansatz mit der bisherigen Planung nicht vergleichbar.
Aktuell werden die Kosten dieser zusätzlichen Alternativen ermittelt. Über das Ergebnis wird in der Sitzung des UVPA im Juli dieses Jahres berichtet.

 

Mit Vertretern des Stadtrates, des Ortsbeirates Dechsendorf und der Bürgerinitiative „Rettet den Dechsendorfer“ hat am 16.06.2010 in Dechsendorf die vom OBM Dr. Balleis zugesagte Besprechung zum Dechsendorfer Weiher stattgefunden.